Verantwortungsvolles Spielen & Spielerschutz

Online Glücksspiel kann unterhaltsam sein, birgt aber auch Risiken. Informieren Sie sich über die Anzeichen von problematischem Spielverhalten, nutzen Sie Präventionsmaßnahmen und finden Sie professionelle Hilfe, wenn Sie sie benötigen.

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Glücksspiel kann süchtig machen

Hilfe bei Spielsucht: BZgA-Beratungstelefon 0800 1 37 27 00 (kostenlos & anonym)

Wenn Sie glauben, ein Spielproblem zu haben, zögern Sie nicht, Unterstützung zu suchen. Je früher Sie Hilfe in Anspruch nehmen, desto besser.

Warnsignale: Wann wird Spielen zum Problem?

Problematisches Spielverhalten entwickelt sich oft schleichend. Achten Sie auf diese Anzeichen bei sich selbst oder nahestehenden Personen:

1

Gedankliche Vereinnahmung

Sie denken ständig ans Spielen, planen die nächste Session oder grübeln über vergangene Verluste nach – auch in unpassenden Momenten.

2

Steigende Einsätze

Sie müssen immer höhere Beträge setzen, um dieselbe Aufregung zu spüren. Die ursprünglichen kleinen Einsätze reichen nicht mehr aus.

3

Kontrollverlust

Versuche, das Spielen zu reduzieren oder aufzuhören, scheitern wiederholt. Sie spielen länger oder mit mehr Geld als geplant.

4

Verluste jagen

Nach Verlusten spielen Sie sofort weiter, um das verlorene Geld zurückzugewinnen – oft mit noch höheren Einsätzen.

5

Vernachlässigung wichtiger Bereiche

Beruf, Ausbildung, Familie oder Freundschaften leiden unter Ihrem Spielverhalten. Wichtige Verpflichtungen werden versäumt.

6

Heimlichkeiten und Lügen

Sie verheimlichen das Ausmaß Ihres Spielens vor nahestehenden Personen oder lügen über Verluste und Spielzeiten.

7

Finanzielle Probleme

Sie leihen sich Geld, verkaufen Wertgegenstände oder vernachlässigen wichtige Zahlungen, um weiterspielen zu können.

8

Entzugserscheinungen

Wenn Sie nicht spielen können, werden Sie unruhig, gereizt oder depressiv. Das Spielen dient zur Stimmungsregulation.

9

Risiko trotz negativer Folgen

Trotz erkennbarer Probleme (Schulden, Beziehungskrisen, Jobverlust) können Sie nicht aufhören zu spielen.

Wichtig: Schon einzelne dieser Warnsignale können auf ein beginnendes Problem hinweisen. Sie müssen nicht alle Symptome zeigen, um professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Professionelle Hilfe & Beratungsangebote

In Deutschland gibt es ein umfassendes Netz an kostenlosen und vertraulichen Hilfsangeboten für Menschen mit Glücksspielproblemen. Alle Kontakte sind spezialisiert und verstehen die Besonderheiten von Spielsucht.

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BZgA-Beratungstelefon

Kostenlose und anonyme Beratung durch geschulte Fachkräfte – rund um die Uhr erreichbar.

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Spielen mit Verantwortung

Umfassende Informationsplattform mit Präventionsmaterialien, Ratgebern und Hilfsangeboten für Betroffene und Angehörige.

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Für Angehörige: Auch wenn Sie nicht selbst betroffen sind, aber sich Sorgen um einen nahestehenden Menschen machen, können Sie die Beratungsangebote nutzen. Sie erhalten Unterstützung, wie Sie mit der Situation umgehen können.

Bundesweite Sperre

OASIS: Das zentrale Sperrsystem für Deutschland

OASIS (Overordnete Allemeine Sperrdatei für Spielhallen und im Internet, also übergeordnete allgemeine Sperrdatei für Spielhallen und im Internet) ist das bundesweite Sperrsystem, mit dem Sie sich deutschlandweit von allen legalen Online-Casinos und Spielhallen ausschließen können.

Wie funktioniert OASIS?

Nach Ihrer Registrierung im OASIS-System werden Sie automatisch bei allen teilnehmenden Glücksspielanbietern in Deutschland gesperrt. Dies umfasst:

Online Casinos

Alle in Deutschland lizenzierten Online-Glücksspielanbieter sind verpflichtet, die OASIS-Sperren zu beachten.

Spielhallen

Terrestrische Spielhallen müssen ebenfalls das OASIS-System nutzen und gesperrte Personen abweisen.

Sportwetten

Auch Sportwettenanbieter mit deutscher Lizenz sind an die OASIS-Sperre gebunden.

Sperrungsdauer

Minimum 3 Monate, Sie können aber auch längere Zeiträume oder unbefristete Sperren wählen.

Vorteile der OASIS-Sperre

  • Sofortige Sperre bei allen teilnehmenden Anbietern nach Registrierung
  • Kostenlos und unkompliziert online durchführbar
  • Keine Verkürzung der Sperrfrist möglich – wirksamer Schutz vor Rückfällen
  • Datenschutz: Informationen werden nur zur Überprüfung der Sperre verwendet

Die Sperre greift nur bei Anbietern mit deutscher Lizenz. Bei ausländischen Casinos ohne deutsche Lizenz ist OASIS nicht wirksam.

Werkzeuge zur Selbstkontrolle

Verantwortungsvolle Online Casinos bieten verschiedene Funktionen, mit denen Sie Ihr Spielverhalten aktiv steuern können. Nutzen Sie diese Tools präventiv – nicht erst, wenn Probleme auftreten.

Einzahlungslimits

Legen Sie fest, wie viel Geld Sie pro Tag, Woche oder Monat maximal einzahlen können. Limits können meist nur nach Wartezeit erhöht werden.

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Verlustlimits

Bestimmen Sie einen maximalen Verlustbetrag für einen definierten Zeitraum. Sobald dieser erreicht ist, können Sie nicht weiterspielen.

Sitzungslimits

Setzen Sie Zeitgrenzen für einzelne Spielsitzungen. Das Casino erinnert Sie oder beendet die Session automatisch nach Ablauf der Zeit.

Reality Checks

Regelmäßige Pop-up-Erinnerungen während des Spiels zeigen Ihnen, wie lange Sie bereits spielen und wie hoch Ihre Verluste/Gewinne sind.

Auszeiten (Cooling-Off)

Temporäre Selbstsperre für 24 Stunden bis mehrere Wochen. Ihr Konto bleibt bestehen, Sie können aber nicht spielen.

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Selbstausschluss

Permanente oder langfristige Sperre (meist mindestens 6 Monate). In dieser Zeit ist eine Wiedereröffnung des Kontos nicht möglich.

Aktivitätsprotokolle

Überprüfen Sie Ihre Spielhistorie: Einzahlungen, Wetten, Gewinne, Verluste und Spielzeiten. Transparenz hilft bei der Selbsteinschätzung.

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Werbe-Opt-out

Deaktivieren Sie Marketing-Emails und Bonus-Angebote. Weniger Anreize bedeuten weniger Versuchung.

Tipp: Setzen Sie Limits, bevor Sie anfangen zu spielen – nicht erst während einer Spielsitzung. Limits, die in emotionalen Momenten gesetzt werden, sind oft unrealistisch.

Grundregeln für sicheres Spielen

Wenn Sie sich entscheiden, online zu spielen, beachten Sie diese Empfehlungen, um Ihr Risiko für problematisches Verhalten zu minimieren:

Regel Erklärung
Budget festlegen Spielen Sie nur mit Geld, das Sie sich leisten können zu verlieren – niemals mit Geld für Miete, Lebensmittel oder Rechnungen.
Zeitlimits setzen Bestimmen Sie vorab, wie lange Sie spielen möchten, und halten Sie sich daran – unabhängig davon, ob Sie gewinnen oder verlieren.
Nüchtern bleiben Spielen Sie niemals unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Substanzen beeinträchtigen Ihr Urteilsvermögen erheblich.
Keine Jagd auf Verluste Versuchen Sie niemals, Verluste durch höhere Einsätze zurückzugewinnen. Die Wahrscheinlichkeit für weiteren Verlust ist größer.
Pausen einlegen Machen Sie regelmäßige Pausen und beschäftigen Sie sich mit anderen Aktivitäten. Glücksspiel sollte nicht Ihr Haupthobby sein.
Kein Kredit Leihen Sie sich niemals Geld zum Spielen – weder bei Freunden noch über Kredite oder Kreditkarten.
Soziale Balance Vernachlässigen Sie nicht Familie, Freunde oder andere Interessen zugunsten des Spielens.

"Glücksspiel ist als Unterhaltung gedacht, nicht als Einkommensquelle. Die Gewinnchancen liegen immer beim Casino – langfristig verliert der Spieler statistisch gesehen."

Mythen über Glücksspiel

Viele problematische Denkmuster basieren auf falschen Annahmen über Glücksspiel. Hier klären wir häufige Irrtümer auf:

Mythos: "Nach vielen Verlusten ist ein Gewinn überfällig"

Realität: Jeder Spin, jede Runde ist statistisch unabhängig von vorherigen Ergebnissen. Vergangene Verluste erhöhen nicht die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns – das ist der "Spielerfehlschluss" (Gambler's Fallacy).

Mythos: "Ich habe ein System/eine Strategie zum Gewinnen"

Realität: Bei reinen Glücksspielen (Slots, Roulette) gibt es keine Strategie, die den Hausvorteil überwindet. Systeme wie Martingale führen langfristig zu höheren Verlusten.

Mythos: "Ich kann jederzeit aufhören, wenn ich will"

Realität: Viele Menschen mit Spielproblemen haben dies am Anfang geglaubt. Sucht entwickelt sich schleichend, und Kontrollverlust ist ein Kernsymptom.

Mythos: "Ein großer Gewinn löst meine Probleme"

Realität: Studien zeigen, dass große Gewinne bei problematischen Spielern meist komplett wieder verspielt werden. Finanzielle Probleme erfordern andere Lösungen als Glücksspiel.

Mythos: "Spielsucht ist eine Charakterschwäche"

Realität: Spielsucht ist eine anerkannte psychische Störung mit neurobiologischen Grundlagen. Sie kann jeden treffen und hat nichts mit Willensschwäche zu tun.

Mythos: "Ich spiele nur zur Unterhaltung, ich bin nicht süchtig"

Realität: Selbst wenn Sie nicht abhängig sind, können Sie problematische Muster entwickeln. Achten Sie auf Warnsignale, auch wenn Sie sich noch "unter Kontrolle" fühlen.

Unterstützung für Angehörige

Wenn ein Familienmitglied, Partner oder Freund unter Spielsucht leidet, sind Sie als Angehöriger ebenfalls betroffen. Hier finden Sie Hinweise, wie Sie helfen können und sich selbst schützen:

Erkennen der Anzeichen bei anderen

Finanzielle Warnsignale
Ungeklärte Geldausgaben, häufiges Leihen von Geld, unbezahlte Rechnungen, Verkauf von Wertgegenständen, unerklärliche Schulden.
Verhaltensänderungen
Stimmungsschwankungen, Geheimniskrämerei, Lügen über Aufenthaltsorte, Vernachlässigung von Verpflichtungen, sozialer Rückzug.
Zeitliche Muster
Lange Abwesenheiten ohne Erklärung, häufige Aufenthalte am Computer/Smartphone, Vernachlässigung von Familie und Freunden.

Wie Sie helfen können

Wichtig für Angehörige: Sie sind nicht verantwortlich für die Sucht einer anderen Person und können sie nicht "heilen". Professionelle Hilfe ist notwendig. Achten Sie auch auf Ihre eigene psychische Gesundheit.

Was passiert bei Spielsucht im Gehirn?

Spielsucht ist keine Willensschwäche, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung mit neurobiologischen Veränderungen im Gehirn:

Das Belohnungssystem

Glücksspiel aktiviert das dopaminerge Belohnungssystem im Gehirn – denselben neuronalen Schaltkreis, der auch bei stoffgebundenen Süchten (Drogen, Alkohol) eine Rolle spielt. Bei Gewinnen, aber auch bei Beinahe-Gewinnen, wird Dopamin ausgeschüttet, was ein starkes Glücksgefühl erzeugt.

Toleranzentwicklung

Mit der Zeit benötigt das Gehirn immer stärkere Reize (höhere Einsätze, längere Spielzeiten), um dieselbe dopaminerge Reaktion zu erzeugen. Dies erklärt, warum Betroffene ihre Einsätze kontinuierlich steigern.

Verlust der Impulskontrolle

Chronisches Glücksspiel kann den präfrontalen Kortex beeinträchtigen – jenen Hirnbereich, der für rationale Entscheidungen und Impulskontrolle zuständig ist. Dies führt zum charakteristischen Kontrollverlust bei Spielsucht.

Entzugssymptome

Wenn Betroffene versuchen aufzuhören oder das Spielen reduzieren, können echte Entzugserscheinungen auftreten: Unruhe, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen.

Therapierbarkeit: Die gute Nachricht ist, dass das Gehirn plastisch ist. Durch Abstinenz und Therapie können sich neuronale Strukturen wieder normalisieren. Professionelle Behandlung ist wirksam.

Behandlungsmöglichkeiten bei Spielsucht

Spielsucht ist behandelbar. Es gibt verschiedene therapeutische Ansätze, die sich in der Praxis bewährt haben:

1

Ambulante Psychotherapie

Regelmäßige Sitzungen bei einem spezialisierten Therapeuten, oft mit kognitiv-verhaltenstherapeutischem Ansatz. Geeignet bei stabilem sozialem Umfeld.

2

Stationäre Therapie

Mehrwöchiger Aufenthalt in einer Fachklinik mit intensivem Therapieprogramm. Empfohlen bei schwerer Sucht oder fehlenden Ressourcen im Alltag.

3

Selbsthilfegruppen

Regelmäßiger Austausch mit anderen Betroffenen (z.B. Anonyme Spieler). Kostenlos und wirkungsvolle Ergänzung zur Therapie.

4

Tageskliniken

Intensive Tagesbehandlung mit Rückkehr nach Hause am Abend. Kombination aus strukturiertem Programm und Alltagsverankerung.

5

Online-Programme

Strukturierte Selbsthilfeprogramme über das Internet, oft mit therapeutischer Begleitung. Niedrigschwelliger Zugang für Betroffene.

6

Schuldnerberatung

Parallel zur Suchttherapie: Professionelle Unterstützung bei der Regulierung spielbedingter Schulden und Neustrukturierung der Finanzen.

Der Weg zur Behandlung

  1. Problem erkennen und akzeptieren – Der erste und wichtigste Schritt
  2. Beratungsgespräch – Kontakt zu Beratungsstellen oder Therapeuten aufnehmen
  3. Diagnostik – Abklärung des Schweregrades und möglicher Begleiterkrankungen
  4. Therapieplanung – Gemeinsame Entscheidung für die geeignete Behandlungsform
  5. Durchführung – Aktive Teilnahme an der Therapie
  6. Nachsorge – Rückfallprophylaxe und langfristige Stabilisierung

Kostenübernahme: Die Kosten für Suchttherapie werden in Deutschland in der Regel von den Krankenkassen oder Rentenversicherungen übernommen. Lassen Sie sich von Beratungsstellen bei der Antragstellung unterstützen.

Haftungsausschluss

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der Aufklärung und ersetzen keine professionelle medizinische oder therapeutische Beratung. Bei Verdacht auf Spielsucht wenden Sie sich bitte an qualifizierte Fachkräfte.

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